Wie ich Traurednerin wurde

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Meine Trauredner-Ausbildung ist das Leben und einfach Tun!

Im Jahr 2013 setzte ich mich mit einem Freund zusammen und wir schmiedeten den Plan, gemeinsam eine Trauzeremonie für eine Freundin zu entwerfen. Damals saß ich viel in katholischen Kirchen und fragte mich, warum in Gottes Namen ich meine Zeit mit auswendig gelernten oder vorgelesenen Texten vergeuden muss, wenn es doch soviel mehr über ein Paar zu sagen gibt.

Ich arbeitete damals als Redakteurin und hatte kurz zuvor die Biografie meiner Oma verfasst. Ich merkte, wie gerne ich in das Leben anderer eintauchte, wie gerne ich Fragen stellte und zuhörte. Mit Thomas an meiner Seite traute ich es mir zu und wir gestalteten unsere erste Hochzeitszeremonie für Mel und Gerry im Ihle Besen in Rauenberg.

Um ehrlich zu sein: in dem Moment, als die Gäste Platz genommen hatten und die Braut mit Bräutigam einziehen sollten, rutschte mir das Herz durch das Kostüm. Ich fragte mich: „Warum hast du das getan??“ Die Antwort erhielt ich hinterher: soviel Wertschätzung, Glück und Zufriedenheit habe ich auf einen Punkt noch nie durch meine Tätigkeit erfahren.

Dieses Erlebnis war so wunderschön, dass wir weitermachten. Wir boten freie Trauungen noch eine Zeit lang nebenberuflich an. Damals war die freie Trauung absolut neu, kaum bekannt und wir konnten uns vor Aufträgen nicht retten. Ausserdem hatten wir den Preis viel zu niedrig angesetzt! So lernte ich dazu. Stück für Stück verfeinerten wir Rede, Rituale und Angebot.

Dann gab es eine Pause, als ich bei der Dietmar Hopp Stiftung Referentin wurde. Doch dann merkte ich, dass mir die Begegnung mit Menschen fehlte, die Authentizität, wenn Menschen Ja zu einander sagen, weinen und sich der Vorhang für einen kurzen Moment lüftet und wir uns echt begegnen.

Außerdem strebte ich nach Selbstständigkeit, nach meiner eigenen Unternehmung. Es ist ein großer Unterschied, Inhaberin oder Angestellte zu sein, und ich wollte nur eines: mein eigenes Ding machen! Das verstand auch Dietmar Hopp – auch wenn die Idee, plötzlich Rednerin sein zu wollen, ihm neu erschien.

Seit 2019 bin ich hauptberuflich Rednerin und weiß: „Reden ist Gold.“ Es gibt Worte und Momente, die brennen sich für immer ins Gedächtnis ein. Seitdem spreche ich auf Beerdigungen, auf Hochzeiten, auf Jubiläen und auf Einweihungen. Wer Festlichkeit, Würde und echte Gefühle möchte, der bucht mich!

Bleibt warmherzig!

Fotos: Alexander und Christiane Leiminer


1 Comment

Mein Weg von Dietmar Hopp zur Unternehmerin - freiheiraten.de Dietmar Hopp · 28. September 2021 at 16:00

[…] begann ich mit mit einem Freund nebenberuflich Hochzeitsreden anzubieten. Zu meiner ersten Rede rutschte mir gewaltig das Herz ins Kostüm! Dennoch empfand ich soviel Freude und mir wurde soviel […]

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